Eine kurze Reise durch die Geschichte Italiens
Ein Land voller alter Stämme
Lange bevor Italien zu dem Land wurde, das wir heute kennen, lebten dort viele verschiedene Gruppen. Um 500 v. Chr. breiteten sich griechische Kolonien entlang der Südküste und auf Sizilien aus. Im Norden lebten die Gallier – Verwandte der heutigen Franzosen – in der Nähe der Berge. Und in Mittelitalien errichteten die Etrusker, ein Volk aus der heutigen Westtürkei, die ersten Steinstraßen, Bögen und Abwasserkanäle. Sie waren brillante Baumeister und prägten die spätere römische Zivilisation mit.
Die Geburt Roms
Im Jahr 753 v. Chr. entstand die Stadt Rom. Einer Legende zufolge wurde sie von den Zwillingsbrüdern Romulus und Remus gegründet, die von einer Wölfin aufgezogen wurden und Söhne des Kriegsgottes Mars waren. Nach einem Kampf zwischen den Brüdern wurde Romulus König und gab der Stadt seinen Namen. Im Laufe der Zeit wuchs Rom von einer kleinen Stadt zu einem mächtigen Königreich heran.
Von der Republik zum Imperium
509 v. Chr. wurde Rom zur Republik – keine Könige mehr! Die Herrscher wurden gewählt, und das Volk wurde in Patrizier (die Reichen) und Plebejer (die einfachen Leute) aufgeteilt. Rom expandierte rasch und eroberte Länder im heutigen Europa. Julius Cäsar, einer der berühmtesten Herrscher, trug dazu bei, Rom zu einem Imperium zu machen, wurde jedoch schließlich getötet.
Später wurde sein Neffe Octavius Kaiser Augustus und gründete das Römische Reich. Es war eine Zeit des Friedens und des Fortschritts, die etwa 200 Jahre dauerte. Doch als Kaiser Marcus Aurelius 180 n. Chr. starb, begann alles auseinanderzufallen.
Zwei Imperien und das dunkle Zeitalter
Gegen Ende des 300. Jahrhunderts war das Römische Reich in zwei Teile gespalten: das Oströmische Reich (Byzantinisch) mit der Hauptstadt Konstantinopel und das Weströmische Reich, dessen Hauptstadt noch immer Rom war. 410 n. Chr. wurde Rom erobert, und das Weströmische Reich zerfiel. Die folgenden tausend Jahre lang war Italien in kleine Stadtstaaten aufgeteilt, und das Leben war hart. Diese Zeit wird oft als das Dunkle Zeitalter bezeichnet.
Der Aufstieg von Kunst, Handel und Erkundung
Im 1300. Jahrhundert erlebte Italien eine neue Blütezeit. Städte wie Florenz, Venedig und Genua wurden zu Zentren der Kunst, der Wissenschaft und des Handels. Wohlhabende Familien förderten Künstler und Denker. Berühmte Entdecker wie Marco Polo und Christoph Kolumbus brachten neue Ideen aus fernen Ländern mit.
Italien wird eine Nation
Im 1800. Jahrhundert begann Italien mit der Hilfe Napoleons aus Frankreich zu vereinigen. 1870 schloss sich Rom dem vereinten Land an, und Italien war endlich eine Nation. Im 20. Jahrhundert erlangte Mussolini eine mächtige politische Macht und versuchte, Italien wieder zu einem Imperium zu machen. Doch der Zweite Weltkrieg veränderte alles.
Nach dem Krieg wurde Italien eine Republik. Mit Unterstützung der Vereinigten Staaten und anderer Länder baute Italien seine Wirtschaft wieder auf und wurde ein friedliches und demokratisches Mitglied der Europäischen Union.
Wer führt Italien heute?
Italien ist heute eine Republik, das heißt, es wählt seine Staats- und Regierungschefs. Der Präsident muss mindestens 50 Jahre alt sein, und es gibt keine Amtszeitbegrenzung. 2006 war Giorgio Napolitano der elfte Präsident der Republik Italien.
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