Was Sie über schwedische Manieren und Familienbesuche wissen sollten

Schweden ist ein wunderschönes Land, bekannt für seine Wälder, Seen und friedlichen Städte – aber es gibt auch einige besondere gesellschaftliche Bräuche, die man kennen sollte, besonders wenn man mit Kindern nach Schweden reist oder das schwedische Leben kennen lernen möchte. Schweden sind in der Regel freundlich und hilfsbereit, wirken aber auf den ersten Blick vielleicht etwas zurückhaltend. Das heißt aber nicht, dass sie nicht freundlich sind – sie genießen einfach ihren Freiraum und ihre Privatsphäre.

In diesem Artikel untersuchen wir, wie es ist, ein schwedisches Zuhause zu besuchen, wie die Menschen in der Öffentlichkeit miteinander umgehen, was bei schwedischen Zusammenkünften zu erwarten ist und wie Kinder in sozialen Situationen behandelt werden.

Sind Schweden wirklich schüchtern?

Viele Menschen halten Schweden für kühl oder distanziert, doch das liegt eher an ihrer Privatsphäre als an ihrer Unhöflichkeit. In öffentlichen Bereichen wie Bussen versuchen Schweden, sich nicht neben Fremde zu setzen, wenn andere Plätze frei sind. Sie mögen Ruhe und Platz, aber wenn man freundlich mit einem Schweden spricht, reagiert er meist im gleichen freundlichen Ton. Die meisten Schweden sprechen Englisch, daher fühlen sich Touristen und Sprachanfänger oft wohl, auch wenn sie noch kein Schwedisch können.

Besuch in einem schwedischen Zuhause

Eine Einladung zu einem schwedischen Zuhause ist eine große Sache, und es gilt als höflich, bestimmte Bräuche zu befolgen. Vor allem: Sei pünktlich! Zu spät zu kommen gilt als respektlos, und selbst zu früh zu kommen ist nicht ideal. Viele Schweden warten im Auto, bis die genaue Zeit gekommen ist.

Beim Betreten des Saals ist es üblich, die Schuhe auszuziehen, insbesondere bei zwanglosen Zusammenkünften. Manche bringen sogar Hausschuhe mit. Bei einem formellen Abendessen dürfen Sie Ihre Schuhe möglicherweise anbehalten, befolgen Sie jedoch immer die Anweisungen des Gastgebers.

Wichtig: Bitten Sie nicht um eine Hausführung. Schweden legen großen Wert auf Privatsphäre, wenn es um ihre Häuser geht. Wenn sie Ihnen also keine Führung anbieten, fragen Sie lieber nicht.

Welche Geschenke sollten Sie mitbringen?

Wenn Sie eine schwedische Familie besuchen, ist es eine nette Geste, dem Gastgeber ein kleines Geschenk mitzubringen. Blumen sind eine gute Wahl – achten Sie aber darauf, keine weißen Lilien oder Chrysanthemen zu wählen. Diese Blumen werden oft bei Beerdigungen verwendet und wirken möglicherweise unpassend.

Wenn die Familie Kinder hat, ist es auch eine nette Geste, ihnen eine kleine Aufmerksamkeit oder ein Spielzeug mitzubringen. Die Schweden freuen sich sehr über aufmerksame Besucher.

Am Esstisch

Wenn Sie sich zum Essen hinsetzen, warten Sie, bis der Gastgeber oder die Gastgeberin beginnt, bevor Sie anfangen. Nehmen Sie nicht mehr Essen, als Sie aufessen können – Reste auf dem Teller zu lassen gilt als unhöflich. Und wenn nur noch ein Stück übrig ist, fragen Sie immer, ob andere es auch möchten, bevor Sie es nehmen.

Schweden trennen Privatleben und Arbeit gerne voneinander. Daher ist es am besten, beim Abendessen nicht über berufliche Angelegenheiten zu sprechen. Die Essenszeit dient der Entspannung, dem Genuss des Essens und der Begegnung mit Familie und Freunden.

Was ist mit Kindern?

Obwohl in der schwedischen Kultur gute Manieren hoch geschätzt werden, geht es in Gegenwart von Kindern oft entspannter zu. Bei zwanglosen Veranstaltungen dürfen Kinder meist frei spielen. Bei formellen Zusammenkünften gibt es jedoch ein traditionelles Sprichwort: „barn ska synas men inte höras“– was bedeutet: „Kinder sollten gesehen, aber nicht gehört werden.“ Dies ermutigt Kinder einfach, in Situationen mit Erwachsenen ruhig und respektvoll zu sein.

Schwedischen Kindern wird schon früh beigebracht, unabhängig und höflich zu sein. Sie werden oft in Familienveranstaltungen einbezogen und es wird von ihnen erwartet, dass sie die gleichen sozialen Regeln befolgen, allerdings immer mit einem sanften Ansatz.

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Fazit

Schwedische Bräuche mögen zunächst ruhig und zurückhaltend wirken, doch sie sind geprägt von Freundlichkeit, Rücksichtnahme und Respekt. Ob Sie mit der Familie Schwedisch lernen oder einen Besuch planen – die Kenntnis dieser kleinen, aber wichtigen Traditionen kann Ihnen helfen, sich willkommen und verbunden zu fühlen. Von höflichen Begrüßungen bis hin zu geselligen Momenten am Esstisch – schwedische Manieren lehren uns, die Zeit, den Raum und die Gesellschaft des anderen zu schätzen.

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Dinolingo Gründer & CEO
Serdar Acar ist der Gründer von Dinolingo. Seit 2010 arbeitet er mit Pädagogen, Linguisten, Übersetzern und Experten für kindliche Entwicklung zusammen, um ansprechende Sprachlernmaterialien für Kinder in 50 Sprachen zu entwickeln.

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